Der Wettbewerb richtet sich in erster Linie an Teams aus zwei Künstler*innen: einer Komponistin bzw. einem Komponisten und einer Video-Künstlerin bzw. einem Video-Künstler. Gemeinsam realisieren und reichen sie ein Werk im Bereich der zeitgenössischen Musik und Medienkunst ein.
Ziel des Preises ist die Förderung der künstlerischen Zusammenarbeit zwischen Komposition und Videokunst. Daher werden Einreichungen von Teams ausdrücklich bevorzugt. Verfügt eine Künstlerin oder ein Künstler jedoch über ausgewiesene Fähigkeiten in beiden Bereichen und erreicht die eingereichte Arbeit ein vergleichbares künstlerisches Niveau, sind auch Einreichungen von Einzelkünstler*innen möglich.
Erwartet wird eine eigenständige audiovisuelle Produktion, bei der musikalische und visuelle Gestaltung konzeptionell wie künstlerisch gleichwertig und untrennbar miteinander verbunden sind.
Nicht zugelassen sind Konzert-Videoaufzeichnungen – auch nicht in künstlerisch bearbeiteter Form. Das eingereichte Werk muss eine eigenständige, neue Arbeit sein. Die Dauer beträgt 5 bis 8 Minuten.
Der Preis ist mit insgesamt 4.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen an die beiden beteiligten Künstler*innen vergeben (2 × 2.000 Euro).
Akkreditierung
BEWERBUNGSBEDINGUNGEN:
Die Teilnahme am Wettbewerb erfolgt nur auf elektronischem Weg durch einen Eintrag auf unserer Website jukeboxx-newmusic.net statt. Für die Teilnahme benötigen wir folgende Informationen:
Ihre Anschrift (Name, Adresse, Land, Postleitzahl, Ort und Mailadresse)
Eine kurze Biografie aus der Ihr Geburtsdatum hervorgeht (Scan oder Foto des Personalausweises beifügen)
Eine detaillierte Beschreibung der Machart von Komposition und audiovisuellen Anteilen.
Einen Link zu gängigen Plattformen wie Vimeo oder YouTube auf denen der Wettbewerbsbeitrag anzusehen ist.
Ort der Aufführung oder Aufzeichnung (falls vorhanden)
Die Namen der beteiligten Interpreten
Alle Rechte an Musik und Bild verbleiben bei der Komponistin oder dem Komponisten. Alle zugelassenen Wettbewerbsbeiträge werden auf der Website jukeboxx-newmusic.net der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Einsendeschluss wird jeweils bekanntgegeben.
Die Jury tritt im Anschluss nach Einsendeschluss zusammen.
Die Preisverleihung findet im Rahmen eines noch zu bestimmenden Konzertes statt.
Die Jury besteht aus Theo Geissler (Herausgeber der nmz, Verleger ConBrio), Konstantia Gourzi (Komponistin, Dirigentin), Manuela Hartel (Videokünstlerin), Andreas Kolb (Chefredakteur der nmz und der JazzZeitung) und Jörg Lohner (Media nmz).
Neuigkeiten
10.12.2025: JUKE BOXX NEW MUSIC AWARD Preisträgerin 2025/26: Jeanne Artemis
JUKE BOXX NEW MUSIC AWARD Preisträgerin 2025/26: Jeanne Artemis
Zum elften Mal seit 2013 haben die Christoph und Stephan Kaske Stiftung und die neue musikzeitung den JukeBoxx NewMusic Award ausgeschrieben. Der mit 4.000 Euro dotierte Preis richtet sich an Komponistinnen und Komponisten, Künstlerinnen und Künstler im Bereich der klassischen Gegenwartsmusik und Medienkunst.
Foto: Ashfaq Ahmad
Der JukeBoxx NewMusic Award 2025/26 ging an Jeanne Artemis für ihr Video „Mass In Iron And Ash“, eine elektronische Komposition im Spannungsfeld von Drone, Ritualmusik und Neuer Musik.
Artemis schreibt in der Werkbeschreibung: „Das Werk ist ein Bekenntnis zum rohen Handgemachten. Die musikalische Ebene entstand vollständig mit modularen Synthesizern – ohne Rechner, ohne Devices, ohne Samples, die visuelle Ebene wurde ohne jegliche KI realisiert.“
Die Jury ließ sich vom „unbearbeiteten, körperlichen und brutalistisch-bedrängenden Gebilde des Videos“ überzeugen. „Das Stück entfaltet sich in dichten, schichtartigen Klangfeldern, getragen von langsam modulierten Spannungen und tief vibrierenden Frequenzen. Es wirkt wie eine Messe in einer post-industriellen Landschaft – eine klangliche Zeremonie für Eisen, Staub und Stille.“ Erlebbar ist „Mass and Ashes“ idealerweise im begehbaren Raum einer Performance. Jeanne Artemis erforscht in ihren Werken komplexe Formen und erschafft Klangräume, die tief mit menschlichen Erfahrungen resonieren. Sie erhielt Stipendien und Residenzen unter anderem vom Goethe-Institut, der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Musikfonds e.V., Neustart Kultur und dem Deutschen Musikrat. Ihre Werke werden von renommierten Solist:innen und Ensembles aufgeführt, wie Hashtag Ensemble (PL), JACK Quartet (USA), Nilper Orchestra (IR) und XelmYa (DE).
15.12.2024: JUKE BOXX NEW MUSIC AWARD Preisträgerin 2024: Sylvia Hinz | JukeBoxx NewMusic Sonderpreis für David Krippendorff
Poetische Hommage und dröhnendes Flüstern – JukeBoxx NewMusic Award 2024 für Sylvia Hinz – JukeBoxx NewMusic Sonderpreis für David Krippendorff
Zum zehnten Mal seit 2013 haben die Christoph und Stephan Kaske Stiftung und die neue musikzeitung den JukeBoxx NewMusic Award ausgeschrieben. Der mit 4.000 Euro dotierte Preis richtet sich an Komponistinnen und Komponisten, Künstlerinnen und Künstler im Bereich der klassischen Gegenwartsmusik und Medienkunst. Gewünscht ist eine Videoproduktion, bei der akustische und visuelle Ebenen miteinander verknüpft sind und in Beziehung zueinanderstehen.
Sylvia Hinz. Foto: Photo: Magma Art&Sound
Den JukeBoxx NewMusic Award in Höhe von 4.000 Euro erhält in diesem Jahr die Medienkünstlerin Sylvia Hinz für Ihre Arbeit „in dialogue with Francesca Woodman – gegenüber 1/Flüstern“. Die Jury, bestehend aus Minas Borboudakis (Komponist), Konstantia Gourzi (Komponistin, Dirigentin), Manuela Hartel (Medien- und Performancekünstlerin), Jörg Lohner (Filmemacher/Die Bildmischer) und Andreas Kolb (Chefredakteur der neuen musikzeitung), begründet ihre Wahl wie folgt: „Eine poetische, konsequente und aussagekräftige Arbeit und eine sehr schöne Hommage an Francesca Woodman und deren Spiegel-Thematik. Die stimmige, dichte Komposition harmoniert perfekt mit dem Video. Das fotografisch statisch anmutende Video zitiert überzeugend die Inspirationsquelle F. Woodman.
Sylvia Hinz ist eine auf zeitgenössische Musik und Improvisation spezialisierte Blockflötistin. Sie spielt Soloprogramme und Konzerte mit Ensembles, Orchestern und auch in ungewöhnlichen Besetzungen, und kooperiert interdisziplinär mit Künstlern anderer Sparten, Komponisten Mathias Spahlinger, Violeta Dinescu, Zeynep Gedizlioglu, Jeanne Strieder, Matthias Kaul oder auch Katia Tchemberdji schrieben Stücke für sie. Ihre jüngsten interdisziplinären Arbeiten stehen im Dialog mit der Kunst von Ana Mendieta und Francesca Woodman.
Der JukeBoxx NewMusic Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro geht 2024 an David Krippendorff für sein Werk: „Appropriation“. Die palästinensisch-israelisch-französische Schauspielerin und Filmregisseurin Hiam Abbass gibt eine Performance, die ständig zwischen dem Intimen und Persönlichen, dem Performativen und Theatralischen oszilliert. Im Zentrum steht Ravels „Kaddish“, seine Vertonung des jüdischen Totengebets.
Aus der Jurybegründung: „Die Performance der wunderbaren Schauspielerin Abbass äußert sich mit sehr feinem Ausdruck zu einer Thematik und Zerrissenheit, die derzeit nicht in Worte zu fassen ist. Ein Totengebet, in dem der Tod nicht vorkommt, das Gott lobt trotz aller Verzweiflung – zusammen mit der minimalistischen Musik von Anastasio Mitropoulos eine sehr starke Aussage. Mitropoulos’ elektronisch-dröhnende Filmmusik übernimmt die Harmonien und Tonfolgen direkt aus Ravels Originalpartitur und schafft so eine zusätzliche Ebene der Spannung und des Beunruhigens.“
David Krippendorff ist Künstler und Filmemacher. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt: ICA (London), Hamburger Kunsthalle, Museum on the Seam (Jerusalem), Chengdu Museum of Contemporary Art (China), Aram Art Museum (Südkorea). Er hat an vier Biennalen (Prag, Poznan, Tel Aviv und Belgrad) sowie an internationalen Kunst- und Filmfestivals teilgenommen.
Faszinierender Video-Spaziergang durch New York – Maike Zimmermann erhält den JukeBoxx NewMusic Award 2023
(nmz) – Zum neunten Mal haben die Christoph und Stephan Kaske Stiftung und die neue musikzeitung den JukeBoxx NewMusic Award ausgeschrieben. Der mit insgesamt 4.000 Euro dotierte Preis richtet sich an Komponistinnen und Komponisten, Künstlerinnen und Künstler im Bereich der klassischen Gegenwartsmusik und Medienkunst. Der JukeBoxx NewMusic Award geht im Jahr 2023 an die Medienkünstlerin Maike Zimmermann für Ihre Arbeit „Hybrid Autoharp: Video Wanderings, New York, 2022“.
Geboren in Bremen, Deutschland, zog Maike Zimmermann in den 1990er Jahren nach London, wo sie zunächst Französisch studierte und dann zur visuellen Kunst mit Schwerpunkt auf Fotografie wechselte. Heute lebt sie in Berlin und zeitweise in London und Bremen und erstellt experimentelle Filme, Videoinstallationen, fotografische oder standortspezifische Arbeiten und audiovisuelle Performances (Live-Cinema), bei denen sie entweder allein oder mit Musikern (Rainer Schütz, DE), Komponisten (Dan Siegler, USA) oder Klangkünstlern (Jason Singh, UK, Alois Spaeth, DE) zusammenarbeitet. Sie hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen und Künstlerresidenz-Programmen teilgenommen darunter in Barcelona, Berlin, London, Helgeland (Norwegen), New York, Reykjavik und Stockholm.
In Zimmermanns Arbeiten werden häufig traditionelle filmische Techniken mit experimentellen und zeitgenössischen Praktiken kombiniert. „Maike Zimmermann gelingt es“, so die Jury in ihrer Begründung zu ‚Hybrid Autoharp: Video Wanderings, New York, 2022‘, „durch die Kombination von repetitiven, an- und abschwellenden Klangflächen der verfremdeten Autoharp mit Bildüberlagerungen von alltäglichen New Yorker Straßenszenen mit spiegelnden Hochhausfassaden einen beinahe meditativen Strom zu erzeugen. Dieser lässt uns immersiv in den Kontrast aus Verfallenem und gegenwärtigem Hochglanz der Metropole eintauchen, während wir der permanenten Herausforderung gengenüber stehen, die immer dichteren Texturen zu dechiffrieren.“
Maike Zimmermanns künstlerische Praxis erforscht die Schnittstelle zwischen bewegtem Bild, Sound, Fotografie und Konzepten der Narration hauptsächlich im Rahmen von LiveCinema, expanded Cinema, Medienkunst und ortsspezifischen Arbeiten. Basierend auf anthropologischen, sozioökonomischen Themen, die sich aus Feldforschung, persönlichen Reiseerfahrungen, spezifischen Orten und individuellen Geschichten entwickeln, kombiniert ihre Arbeit Erzählungen von urbanen/ländlichen/sozialen Räumen mit Psychogeografie, Alltagsleben, kultureller Kommunikation und der Fragilität unserer (natürlichen) Welt.
10/2022: 01.10.2022: JUKE BOXX NEW MUSIC AWARD 2022 GEHT AN KARSTEN WIESEL & NEO HÜLCKER
Notturno mit Gewächshaus und abwesendem Ensemble
Der JukeBoxx NewMusic Award 2022 geht an Karsten Wiesel und Neo Hülcker
(nmz) – Zum achten Mal haben die Christoph und Stephan Kaske Stiftung und die neue musikzeitung den JukeBoxx NewMusic Award ausgeschrieben. Der mit insgesamt 4.000 Euro dotierte Preis richtet sich an Komponistinnen und Komponisten, Künstlerinnen und Künstler im Bereich der klassischen Gegenwartsmusik und Medienkunst. Der JukeBoxx NewMusic Award 2022 geht mit je 2.000 Euro an den Filmemacher Karsten Wiesel und den Komponisten Neo Hülcker für ihre Arbeit „Notturno mit Gewächshaus und abwesendem Ensemble“.
Über die Zusammenarbeit von Komponist und Filmemacher sagt Karsten Wiesel: „Es begann mit der Idee eines Dickichts. Gemeinsam bahnten wir uns unseren Weg durch Imaginationen von grünem Laubwerk, Verästelungen und Wucherungen und landeten schließlich im Gewächshaus ‚Botanischer Sondergarten Wandsbek‘“. Vor den Dreharbeiten dort entwickelte Neo Hülcker Stücke für das Ensemble L‘art pour l‘art, deren Proben und Interpretationen dann im Forsthaus in Winsen gefilmt wurden, um sie daraufhin als Projektionsmaterial bei den nächtlichen Dreharbeiten im Gewächshaus zu verwenden. Die nächtliche Stimmung, Geräusche im Gewächshaus, die Arbeit mit künstlichem Licht, die Ruhe beziehungsweise Unruhe dieser besonderen Tageszeit prägten die Ästhetik dieser Film- und Tonaufnahmen. Bild- und Tonspur sind eigenständige Materialien, die neu zusammengesetzt, eine visuell und akustisch hervorragend gestaltete Sinnesbefüllung in besonderer nächtlicher Kulturnatur entstehen ließen.
Neo Hülcker ist Komponist und Performer. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Musiktheater und Performance und beschäftigen sich mit digitalen Praxen, Kindheit, Tier-Mensch-Beziehungen, queeren Handlungsweisen und kulturellem Hacking. Hülcker arbeitete zusammen mit mam. Manufaktur für aktuelle Musik, Ensemble Garage, MOCREP, Bastard Assignments, Maulwerker, decoder ensemble, we spoke, paranormal φeer group, Henry Wilde aka Antonia Baehr, Stellan Veloce und anderen. Karsten Wiesel hat nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer Film an der HFBK Hamburg studiert. Seine freien Arbeiten sind dokumentarische Kurzfilme, die sich mit den Besonderheiten von Orten befassen, um daraus sinnliche Erlebnisse für das Kino zu erzeugen. Klang und Musik spielen dabei meist eine herausragende Rolle. Karsten Wiesel arbeitet zudem als Filmkünstler für und mit Ausstellungsmachern, Theatern und Musikern und betreibt ein mobiles Kino in einem Wohnwagen.
01.11.2020: JUKE BOXX NEW MUSIC AWARD 2020 GEHT AN JUAN J. OCHOA
(nmz) – Sage und schreibe 37 Teilnehmer – so viele Medienkünstler und Komponisten hatten sich noch nie für den seit 2014 existierenden und mit 3.500 Euro dotierten JukeBoxx NewMusic Award der Christoph und Stephan Kaske Stiftung und der neuen musikzeitung beworben. Die Jury machte sich die Aufgabe nicht leicht, unter den zahlreichen hochkarätigen Einsendungen eine Arbeit zu küren. Nach intensiver Diskussion fiel die Wahl auf den spanischen Komponisten Juan J. Ochoa.
Sein Film „INPROGRESS“, der in Zusammenarbeit mit der Medienkünstlerin Marta Azparren und dem Toningenieur Albert Carrera entstanden ist, beschreibt Ochoa selbst als „Eine anatomische Reise durch die innere Architektur eines Pianos und eines Pianisten“. Die Jury findet, dass Ochoas herausragende Arbeit exemplarisch für eine gelungene Partnerschaft zwischen Komposition und Medienkunst steht. Ochoa und Azparren verbinden experimentelle Musik mit Filmkunst, ohne auf der dokumentarischen Ebene zu verharren. „Es gelingt ihnen“, so die Jury, „den repetitiven Charakter der Musik in perfekt inszenierte Makroaufnahmen zu transformieren. Die Verflechtung verschiedener Texturen von Mensch und der Maschine ‚Klavier‘ erzeugt so ein surreales und teils beklemmendes Bild.“ Eine öffentliche Preisverleihungszeremonie ist aufgrund der Covid-19-Pandemie derzeit nicht vorgesehen.
11/2019: JUKE BOXX NEW MUSIC AWARD 2019 GEHT AN MAXIM SELOUJANOV
Der JukeBoxx NewMusic Award 2019 geht an Maxim Seloujanov für „Infiorata“ – Preisverleihung in Regensburg
(nmz) – Zum fünften Mal haben die Christoph und Stephan Kaske Stiftung und die neue musikzeitung den JukeBoxx NewMusic Award ausgeschrieben. Der mit 3.500 Euro dotierte Preis richtet sich an Komponistinnen und Komponisten, Künstlerinnen und Künstler im Bereich der klassischen Gegenwartsmusik (E-Musik) und Medienkunst. Der JukeBoxx NewMusic Award 2019 geht an den österreichischen Komponisten und Künstler russischer Herkunft Maxim Seloujanov für sein videopoetisches Werk „Infiorata“.
Seloujanov studierte Komposition am Salzburger Mozarteum in der Klasse von Boguslaw Schaeffer. Sein vielfältiges künstlerisches Schaffen zeichnet sich durch eine Zugehörigkeit zu verschiedenen kulturellen Räumen aus. In seinem Werk bezieht er sich sowohl auf die russische Kultur als auch auf Errungenschaften der westlichen Avantgarden. Seine Werkliste umfasst hunderte Musikwerke verschiedener Gattungen, zahlreiche Bilder, visuelle und multimediale Arbeiten. Maxim Seloujanovs videopoetisches Werk „Infiorata“ widmet sich dem Thema Umwelttransformation, Entität und Gender in der Musik.
Maxim Seloujanov überzeugte die Jury durch seine Spielart engagierter Videokunst, in der Poesie auf Tagespolitik trifft und Instrumentalmusik auf moderne Filmtechnik. Seloujanovs originelle Verwendung und Kombination bildnerischer, grafischer, filmischer und musikalischer Bilder und Musik erzeugen den Eindruck großer Lebendigkeit und Frische. Seloujanovs Musik für die Geigerin Weiping Lin und den Cellisten Arne Kircher ist ähnlich markant wie seine Bildsprache. Naives trifft auf Komplexes und wird in der technischen Realisierung durch Jüri Sorokin auf den Moment genau mit der Bildhandlung synchronisiert. Obwohl die einzelnen visuellen Effekte, ebenso wie die musikalischen Parameter, durchgehend als bekannt und wenig spektakulär zu bezeichnen sind, ist die Wirkung von Maxim Seloujanovs Videopoesis „Infiorata“ stets neu und voller überraschender Wendungen.
21.12.18: Juke Boxx NewMusic Award 2018 geht an Alexander Derben
Zum vierten Mal haben die neue musikzeitung und die Christoph und Stephan Kaske Stiftung den JukeBoxx-NewMusic Award ausgeschrieben. Der Preis richtet sich an Komponistinnen und Komponisten, Künstlerinnen und Künstler im Bereich der klassischen Gegenwartsmusik (E-Musik) und Medienkunst.
Der JukeBoxx NewMusic Award 2018 geht an den Gitarristen, Komponisten und Videokünstler Alexander Derben für seine Arbeit „Wasserwerk“.
Jurybegründung:
Alexander Derben, geboren am 18.12.1966, ist Gitarrist, Komponist und Videokünstler.
Er leitet das Freie Tonstudio Bremen und ist seit 2014 Leiter der Konzertreihe „Space Attack“, jüngst in Kooperation mit dem Atelier für Neue Musik im Rahmen der Bremer Hausmusikwoche, HfK Bremen. Aktuell unterrichtet er an der Musikschule Bremen (Fachbereich Computermusik) im Rahmen des Bundesweiten Bildungsprojektes „Kultur macht stark“.
Alexander Derbens Komposition „Wasserwerk“ basiert auf Slow Motion-Videoaufnahmen eines mit Wasser bespülten Glases sowie einer Zeitrafferaufnahme von vorbeiziehenden Wolken. Für die musikalische Umsetzung kam ausschließlich ein präpariertes Klavier zum Einsatz, dessen mit Sticks und Mallets gespielte Klänge im Granularsyntheseverfahren zu einer audiovisuellen Komposition verarbeitet wurden.
„Wasserwerk“ ist Teil eines fünfteiligen audiovisuellen Werks mit programmatischem Inhalt: Das Gesamtkonzept bezieht sich auf die Lehre der 5 Elemente, die daoistische Theorie zum Lebenskreislauf in der Natur. Die suggestive Musik ist bezogen auf das außermusikalische Thema und wird detailreich ausgearbeitet. Die Geräusche der Aufnahmen wurden teilweise in der Komposition musikalisch verwertet, der Bildschnitt folgt häufig der Musik. Derben erzielt dabei mit geringem technischem Aufwand hohe filmische Qualität. Alle Videobilder sind mit einem iPhone 8 in 1080p aufgenommen, meist im Slow Motion Modus. Das eingesetzte Instrument war ein präpariertes Klavier von Wilhelm Biese (Bj. 1925), überwiegend perkussiv bespielt.
Derben überzeugte die Jury durch seine eigenständige, poetische Arbeit, die von feiner Dynamik in Schnitt und Komposition geprägt ist. Sein Werk ist trotz komplexer Machart sowohl dem zusehenden Musiker als auch dem hörenden Videokünstler zugänglich. Die visuellen Effekte sind teils gängig, teils überraschend. Musik und Video entwickeln sich gleichberechtigt und in so stimmiger Verknüpfung, dass die Jury ihm dafür einstimmig den JukeBoxx NewMusic Award 2018 verlieh.
München, den 6. Dezember 2018
Minas Borboudakis, Konstantia Gourzi, Manuela Hartel, Katharina Herkommer, Andreas Kolb